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Zeittafel

550: Die Bajuwaren siedeln im Westen des heutigen Dorfes.

 

763: Erste urkundliche Erwähnung anlässlich der Gründung des Klosters Scharnitz durch den Huosigrafen Reginpert. Die damals aufgeführte Ortsbezeichnung „Sindolvesdorf“ verweist auf den Gründer des Dorfes, „Sindolf“.

 

9./10.Jahrhundert: Der Name erscheint wieder in den Urkunden. Man findet alte germanische Namen wie Isanpert, Swedicho, Chempfo, Richoalf. Schon um das Jahr 1100 hat sich in „Sindilisdorfa“ ein Dorfadel ausgebildet.

 

14./15.Jahrhundert: Die Herren von Wildeck leben, als größte Grundbesitzer des Dorfes, auf einer Burg vermutlich oberhalb von Mühleck.

 

1424: Die Wildecker verkaufen ihren Besitz an den Münchner Patrizier Ludwig Wilprecht. Der baut sich eine Wasserburg am Dorfweiher. 1493: Verleihung des Marktrechtes.

 

16./17.Jahrhundert: Die Sindelsdorfer Besitz- und Grundrechte gehen an die umliegenden Klöster Benediktbeuern, Schlehdorf und Beuerberg sowie das Stift Habach, die Herren von Eurasburg und die Kirchen von Sindelsdorf und Hagen über.

 

17.Jahrhundert: Gründung einer Handelskompanie, die Güter auf Flößen die Loisach, Isar und Donau hinunter bis nach Wien, Budapest und Belgrad exportiert.

 

1716: Kurfürst Max Emmanuel übergibt die Hofmark Sindelsdorf dem Kloster Benediktbeuern.

 

1772: Auf einer uralten Salzstraße, die durch Sindelsdorf führt, wird Salz von Reichenhall über

Rosenheim, Tölz, Sindelsdorf und Murnau bis in die Schweiz transportiert. Sindelsdorf erhält nun eine „Salzfaktorei“ und wird damit zu einem wichtigen Umschlagplatz, in dessen Salzstadel oft an die 1500 Salzfässer lagern.

 

Bis 1803: Sindelsdorf hat bis zur Säkularisation zwei Pfarreien, zwei Kirchen, zwei Friedhöfe aber keinen eigenen Pfarrer. Die heutige „St. Georgskirche“ wird von den Habacher Stiftsherren, die Kirche „Zu unserer lieben Frau“ von den Augustiner-Chorherren in Schlehdorf versorgt. Im Jahr 1808 wird die Frauenkirche zum Pfarrhof umgebaut.

 

1858/80: Der Landschaftsmaler Bernhard Stange lebt und arbeitet in Sindelsdorf. 1892: Einstellung der Flößerei. Sie hat mit der Eröffnung der Bahnlinie München-Garmisch keine Zukunft mehr.

 

1909 –1918: Drei Künstler des „Blauen Reiter“ leben und arbeiten in Sindelsdorf: Franz Marc, Jean Bloe Niestlé, Heinrich Campendonk.

 

1967 - 1978: Mit der Flurbereinigung in Sindelsdorf werden u.a. folgende Maßnahmen durchgeführt: Der zersplitterte und zerstreute Grundbesitz wird zu möglichst großen Wirtschaftsflächen zusammengelegt. Ein zweckmäßiges Wirtschaftswegenetz wird ausgebaut. Auf 230 ha staunassem Land werden Dränungen durchgeführt. Vier landwirtschaftliche Betriebe (Gehr, Off, Schweiger, Steingruber)werden aus der beengten Ortslage in die freie Flur ausgesiedelt. Die Dorfstraße wird von der Ostseite des Pfarrhofes auf seine Westseite verlegt und damit ein unübersichtliches Teilstück entschärft. Am südlichen Ortsrand wird ein Spielplatz gebaut und die dort früher vorhandene Wasserburg kenntlich gemacht (kleiner Hügel mit Ringgraben).